[Rezension] Alles, was du suchst von Marie Force

Alles, was du suchst
(Quelle: Fischer)

Die Cover der Serie versuchen schon lange mich zu verführen. Wie ihr seht, haben sie es endlich geschafft von mir nach Hause genommen zu werden. Nachdem ich so lange um sie herumgeschlichen bin war ich sehr gespannt auf den Inhalt.

Inhalt: Cameron hat ihr eigenes Geschäft zusammen mit ihrer besten Freundin aufgebaut. Sie programmieren und designen Websites für ihre Kunden. Die Finanzkrise hält sie jedoch noch immer fest im Griff. Ihre potenziellen Neu-Kunden die Abotts leben in einer Stadt ohne beständiges Internet oder Mobilfunk. Dort verliebt sie sich in den Eigenbrödler Will Abott. Doch ihre Beziehung hat keine Chance. Schließlich muss Cameron in zwei Wochen wieder zurück nach New York und Will wird sein Dorf, seine Familie nicht verlassen.

Meinung: Die ersten 200 Seiten habe ich mehr als genossen. Zwischen den Charakteren fliegen sofort die Funken und man verbrennt sich beim umblättern der Seiten förmlich die Finger. Will der zunächst etwas unbeholfen versucht Cameron altmodisch mit Geschenken den Hof zu machen und Cameron die das ganze erstmal grundsätzlich platonisch versteht. Es hat so viel Spaß gemacht die zwei zu verfolgen und ihre innerlichen Zerwürfnisse beim Wachsen zu beobachten. Wie sehr zwei Leute die aus einem so unterschiedlichen Leben kommen, trotzdem sofort eine Verbindung spüren ohne das es im Buch gezwungen gewirkt hat.

Cameron ist ein Kopfmensch. Sie denkt an alle Eventualitäten, rechnet jeden Schritt schon Tage vorher aus und achtet sehr darauf was andere von ihr denken. Je länger sie allerdings in der langsamen Stadt bleibt, detso mehr passt sie sich diesem Tempo an und die Meinung der Anderen steht nicht mehr an zweiter Stelle. Die Entwicklung ihres Charakters ging, meiner Meinung nach, genau im richtigen Tempo voran und sie hat auch nicht alle Eigenschaften für das Gegenteil eingetauscht, sondern viel auch behalten. Das hat alles unheimlich echt wirken lassen.

Will ist ein richtiger Knuddelbär. So putzig wie er versucht seine Gefühle zu sortieren und auch vor seiner Familie zu verbergen. Er hat 9 Geschwister, die allesamt neugierig sind. Man kann gar nicht anders als sich in die Abotts ein klein wenig zu verlieben. Herzlich, knuffig, brummig, forsch, nett und zuvorkommend. Eine Mischung die es in sich hat und den Leser in Beschlag nimmt. Die Interaktion und Beziehung der einzelnen Geschwister bekommt genug Raum, dass man sie alle ausreichend kennen und lieben lernt.

Nach den ersten 200 Seiten bin ich allerdings das erste Mal ins stocken geraten. Nicht der Inhalt hat das verursacht, sondern der Schreibstil. Einige Sätze klangen ziemlich abgehackt und unvollständig, aber da es so spannend war, habe ich dem zuerst keine Beachtung geschenkt.

Je weiter man in das Buch vordringt, desto öfter ist mir das allerdings aufgefallen. Szenen die mit zwei Sätzen abgefertigt wurden und andere die eine ganze Seite zuviel zugeschrieben bekommen haben. So war es dann der Fall, dass die Stimmung in den schönsten Momenten unterschlagen wurde und der Alltag sich unnötig gezogen hat.

Mir ging dabei auch ein wenig die Lust verloren. Ich habe versucht Pausen einzulegen in den Momenten die zu wenig Platz bekommen haben und diese etwas ausgeführt. An anderen Stellen habe ich probeweise ein paar Absätze übersprungen und gemerkt, dass ich nichts verpasst habe das wichtig sein könnte.

Insgesamt ist die Geschichte wunderschön und romantisch und vielleicht ein wenig kitsch. Die Geschichte nimmt sich nicht zu ernst oder versucht auch nicht mit dunklen Vergangenheiten zu punkten. Jeder einzelene Charakter ist mit Details ausgestattet die alles zusätzlich nocheinmal abrunden. Leider ist der Schreibstil an wenigen Stellen zu ruckartig oder die Szenen werden in manchen Fällen falsche Gewichtungen zugeordnet.
Auf jeden Fall kann ich sagen: Wenn ihr Lust darauf habt, kauft es. Der Inhalt macht einiges wett.


Seite: 512
Preis: 9,99 (TB) 7,99 (eBook)
Verlag: Fischer Verlag

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