[Rezension] Absinthe von Winster Renshaw

Ihr erinnert euch doch sicherlich an Will und Layken oder? Der Klappentext des Buches hat mich ganz dunkel daran erinnert und schwupps ist es auf meinem Kindle gelandet. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

Inhalt [english book]: Es gibt da diese App die verspricht ganz anders zu sein als Tinder und Co. Halston ist 19, geht noch zur Schule, weil es familiäre Probleme gab und hat es nicht leicht. Die App entdeckt sie nur durch Zufall und gleich der erste Mann mit dem sie schreibt hat es ihr angetan.
Die App ist so eingestllt, dass sie nur durch Zeit und kontinuierliche Nachrichten Profilbilder, Mail-Adressen und Nummern freischalten können. Als sie endlich die Nummer des anderen bekommen, machen diese Telefonate schnell süchtig. So tiefgründige Gespräche konnte sie noch nie mit jemandem führen. So viel Spaß hatte sie noch nicht mit jemandem, dem sie noch nie begegnet war.
Dann beginnt die neue Schule und alles geht den Bach runter.

Meinung: Während Colleen Hoover wirklich, wirklich unter die Haut geht und einen nicht mehr loslässt, ist dieses Buch mehr auf Vergnügen aus. Es ist um einiges kurzweiliger und auch schmutziger. Wer was gegen Dirty Talk hat, sollte die Finger lieber vom Kauf-Button lassen.

Halston ist, meiner Meinung nach, ein gut gezeichneter, wenn auch etwas übertriebener Charakter. Jung, verzweifelt, im Inneren schon um einiges Älter und natürlich weiß sie deswegen alles auch besser. Nicht das dies überheblich rüberkommt, aber an manchen Stellen wirkt genau das gegensätzlich zur ihrer „alten Seele“. Schließlich kennt man dieses besserwisserische Gehabe mehr von pubertierenden Teenagern als von den „erfahrenen“ Erwachsenen.

Ich habe sie auf Anhieb gemocht. Die meterhohen Schutzmauern aus Sarkasmus und Pessimismus haben mich überzeugt. Aus der Rolle fällt sie auch nicht raus. Auch, wenn sie dem Kerl, Ford, dann gegenüber steht und fast anfängt zu betteln, damit er sie nicht aus ihrem Leben streicht, schafft sie es nicht aus ihrem Muster zu fallen. Richtig gut gemacht.

Ford ist da anders. Ihn konnte ich nicht so schnell oder gut einschätzen. Er ist auch bis zum Ende für mich etwas durchsichtig geblieben. Er sollte wohl wie ein Bad Boy wirken, aber durch den Job, seine Vergangenheit und das einfühlsame Verhalten in den meisten Situationen ist das nicht glaubwürdig. Will man ihn in die Nice Guy Schublade stecken, bleibt man an den, doch schon sehr, rauen und groben Chatverläufen hängen. Möchte man ihm einen Charakterzug zusprechen gibt es eine 50/50 Chance, dass er dann danach handelt.

Ihr seht, während der weibliche Charakter wunderbar in die Geschichte passt und auch die Details stimmen, hat es bei Ford leider nur für eine Rohzeichnung gereicht. Er ist ein bisschen von allem und nichts.

Sehr genial finde ich, dass beide Klassiker lieben und zwar unterschiedliche. Da gibt es ein paar sehr anregende Unterhaltungen über verschiedene Autoren die schon lange das zeitliche gesegnet haben. Mit einem solchen Element hätte ich nicht gerechnet, weil es ein Kapitel weiter dann zum heißen Telefonsex kommt

So gesehen muss das alles sehr wirr und fehl am Platz wirken. Doch es passt alles wunderbar zusammen. Alles ist aufeinander abgestimmt (Ford mal ausgeschlossen).

Ich werde es auf jeden Fall noch einmal lesen. Euch kann ich es auch ohne Bedenken empfehlen. Es bringt euch nicht nur zum Lachen und rot werden, sondern auch zum nachdenken und nachschlagen (die genannten Autoren).

Sprache: Dieses Buch ist auf englisch. Das sollte allerdings kein Problem sein. Wirklich nicht. Vertraut mir. Kurze Sätze, keine Fremdwörter, angenehme Kapitellänge und genug Witz um über ein paar fehlende Vokabeln hinweg zu sehen. Warnung: Schimpfwörter sind hier Programm 😀


Seitenanzahl: 310
Preis: 0,99 (eBook) 12,83 (TB)
Verlag: keiner angegeben

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