[Rezension] Der Duft des Sommers von Joyce Maynard

Der Duft des Sommers Cover

Wisst ihr, ich habe bestimmt an die 5x John Maynard gelesen. Ihr kennt doch sicherlich das Gedicht von dem Kapitän der all seine Gäste auf dem Schiff nach Buffalo gerettet hat, nur er hat es nicht geschafft. Ich habe das irgendwo auf einer CD in gerappter Version. Als ich das damals auswendig lernen musste, hatte ich es innerhalb kürzester Zeit drauf. Aber kommen wir mal wieder zurück zum Buch.

Inhalt: Adele lebt mir ihrem 13-jährigen Sohn Henry in einer Kleinstadt. Sie verlässt kaum das Haus, hat Angst vor allem. Henry darf auch nicht allzu viel machen und hat deshalb keine Freunde. Eine der wenigen Male als sie zusammen einkaufen gehen spricht ein Fremder den Jungen an. Sein Bein blutet stark und er bittet um Hilfe. Die beiden gewähren sie ihm und nehmen ihn mit nach Hause. Dort sagt er ihnen, dass er aus den Knast geflohen ist. Die nächsten 6 Tage verändern das Leben der drei Personen für immer.

Meinung: Zuerst muss ich loswerden, dass das ganze Buch aus der Sicht von Henry geschildert wird. Keine wörtliche Rede, kein Perspektivenwechsel und ohne Vorwarnung wird in der Zeit gesprungen. Das hat es echt anstrengend gemacht. Dann ist da noch seine Art zu denken. Manchmal dachte ich der Junge wäre 8 vielleicht 9, aber nicht 13. So unschuldig und naiv. Aber das liegt wohl an der Erziehung.

Durch seine Erzählungen wirkte alles sehr verschwommen. Die Mutter nur ein Schatten, die den Mund nicht aufmacht, nichts versteht und vollkommen neben sich steht. Frank, der Häftling als liebevoller Riese, dessen Taten anders geschildert auch richtig krank sein könnten, aber Henry sieht das anders. Naja, mehr Leute tauchen dauerhaft nicht auf.

Süß ist die Geschichte. Verlorene, fast verrückte Mutter findet wieder Lust am Leben durch einen Häftling der wegen des Mordes an seiner Frau und seines Babys verurteilt worden ist. Aber nichts ist so wie es scheint. Frank könnte wirklich ein total netter gewesen sein oder aber ein verdammt guter Schauspieler der sich das Stockholm Syndrom zum Vorbild genommen hat. Durch die Augen des Jungen konnte man sich da nie so genau sicher sein. In einem Kapitel habe ich Frank gemocht und im nächsten war ich total misstrauisch. Genau wie Henry. Obwohl mich der Schreibstil richtig auf die Palme gebracht hat, hat er es geschafft mich total zu beeinflußen mit meinem Verurteilungen.

Vielleicht schaue ich mir mal den Film an den es geben soll. Habt ihr den gesehen? Er heißt „Labor Day“. Wäre gespannt wie sie die Figuren interpretiert haben.

Wenn ihr mit dem Schreibstil umgehen könnt, dann traut euch da mal ran. Es ist verdammt spannend, wie verwirrend die Gedanken eines kleinen Jungen sein können und wie sehr du ihm glauben schenkst, obwohl du im Hinterkopf weist, das manches so nicht stimmen kann.
Wenn ihr jetzt schon den Kopf schüttelt, weil es euch vor fehlender wörtlicher Rede graut, dann lasst es lieber bleiben und versucht euch mal an der Verfilmung, denn das Thema ist wirklich verdammt interessant.


Seitenanzahl: 287
Preis: 7,99 (eBook) als Print nur gebraucht, ich habe es als Mängelexemplar aus dem Thalia
Verlag: Goldmann

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2 Gedanken zu “[Rezension] Der Duft des Sommers von Joyce Maynard

  1. Hallo 🙂 Ich hab den Film gesehen und fand ihn richtig gut, Adele scheint vom Charakter her gut aus dem Buch übernommen worden zu sein.! Und eigentlich wollte ich auch noch das Buch lesen, aber jetzt bin ich etwas verunsichert. Einerseits finde ich es interessant, das wir das ganze aus der Sicht von einem Kind sehen, auf der anderen Seite finde ich es manchmal recht langatmig nur aus einer Perspektive zu lesen, vor allem wenn es direkte wörtliche Rede gibt. Wer weiß, vielleicht stolpere ich ja mal über das Buch und nehme es mit 🙂 // Liebe Grüße!

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