Leben und Tod

Hey,

ich habe gestern morgen mit einer Freundin gefrühstückt. Habe gelacht, mich wohl gefühlt, sicher. Ich habe endlich einen Tee gefunden, den ich schon länger gesucht habe. Bin nach Hause, habe mich daran gemacht etwas für die Uni zu erledigen.
Meine Mom kam nach Hause, wir haben zusammen gegessen. Da hat das Telefeon geklingelt. Mein Opa wurde morgens ins Krankenhaus eingeliefert, weil er zusammengeklappt ist. Das macht er öfter und hat deswegen einen Herzschrittmacher bekommen. Den hat er vor einem Jahr bekommen. Es kam die Nachricht das alles in Ordnung ist, das man ihn aber über Nacht dabehält.

Ein halbe Stunde später ruft meine Tante an: Er ist tot.

Tot. Ich versteh es noch nicht. Wie? Es war alles in Ordnung. Er hat Besucher weggescheucht, sie sollen sich keine Sorgen machen und nur eine halbe Stunde später…

Hat er das gewusst? Hat er es gespürt? Wenn ja, wollte er nicht jemanden bei sich haben?
Ist er friedlich eingeschlafen? Hatte er Schmerzen? Was ist passiert?
Wie wird meine Oma damit klar kommen? Wie soll die Zukunft aussehen?

Ohne seine Witze die nie in den Kontext gepasst haben. Sein Schmunzeln und genervtes Seufzen, wenn meine Oma sich Sorgen gemacht hat. Wenn er im Sessel eingeschlafen ist und man sich einen Scherz daraus gemacht hat, ihn durch kleine Berührungen aufzuwecken. Wenn er aufgestanden ist um dir was zu trinken zu holen, obwohl er nicht mehr schnell oder gut zu Fuß war. Der immer klare Worte hatte. Mit dem man super zusammen schweigen konnte.

Was habe ich als letztes zu ihm gesagt? Habe ich ihn an Weihnachten besonders lang und fest gedrückt?
Warum war ich 2017 noch nicht bei ihnen gewesen? Ich kann mich nicht erinnern. Warum kann ich die Zeit nicht nochmal zurückspulen?

Ich weiß gar nicht so genau wieso ich das hier schreibe. Sollte ich nicht lieber einen Brief schreiben? Privat? Das es keiner liest?

Fühlt euch alle von mir gedrückt, ihr werdet wertgeschätzt und geliebt.
Möge für euch das Jahr 2017 voller Freude beginnen.

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4 Gedanken zu “Leben und Tod

  1. Oh weh – das ist wieder so ein Moment, wo der „Gefällt mir“ Button in „gelesen“ Button geändert gehört. Ich kann leider nicht mitfühlen. Ich habe zwar auch schon einige Verwandte verloren, aber die wohnten so weit weg, dass nie eine richtige Bindung entstand und meine Oma – da war ich zu jung um es richtig zu verstehen. Nur meine Tiere waren richtige Verluste bis jetzt. Aber die Zeit macht leider vor keinem Halt. Und die Eltern werden nicht jünger. Davor graut es mir.
    Wir drücken Dich auch.

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  2. Ich kann einige deiner Gedanken aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Wenn ein Tod so plötzlich kommt, ist der Schock immer groß. Der einzige Trost ist dann, dass die Person nicht gelitten hat. Aktuell mag das vielleicht ein kleiner Trost sein, aber irgendwann wird er sehr hilfreich. Ich wünsche dir, dass du diesen bitteren Jahresbeginn gut verkraften kannst und der Rest des Jahres viel Schönes für dich bereithält.

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