[Buchrezension] Das Buch von Wolfgang Hohlbein

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Ich bin total… überrascht das ich „Das Buch“ in 5 Tagen gelesen habe. Hat eine Menge Disziplin gebraucht, ich leide ein wenig unter Schlafmangel während ich das schreibe. Dieses Buch habe ich auf den Rat von wortgeflumselkritzelkram gelesen, im Rahmen von Zeilenendes und wortgeflumsellritzelkrams Date-Aktion.

Alle anderen Buch-Date-Erfahrungen findet ihr in diesem Sammelbeitrag bei Zeilenendes Sammelsurum. Ich bin so gespannt darauf wie andere mit ihren Empfehlungen klar gekommen sind.

Zuerst wollte ich das Buch als Hörbuch hören. Auf Youtube hat sich jemand die Mühe gemacht alle 860 Seiten vorzulesen. Allerdings konnte ich nicht lange zuhören. Also habe ich mir das Buch gebraucht zugelegt.

Inhalt: (Der Inhalt ist echt schwierig zusammen zu fassen, deshalb lasse ich euch genauso im dunkeln mit der Zusammenfassung wie das Buch mich.)
Leonie stammt aus einer altehrwürdigen Buchhändlerfamilie. Wie schon ihre Großmutter ist auch sie eine „Hüterin der Wirklichkeit“. Ihre Aufgabe ist es, über ein riesiges Archiv auf der „anderen Seite“ zu wachen, in dem Scriptoren – hässliche Gnome – damit beschäftigt sind, minutiös Buch über das Leben jedes einzelnen Menschen zu führen. Als ihre Eltern ein Buch aus dem Archiv entwenden, muss sich Leonie einem gefährlichen Kampf um die einzig gültige Wahrheit stellen, denn die beiden schreiben die Wirklichkeit um – mit katastrophalen Folgen!

Meinung: Ich habe etwas komplett anderes erwartet. Etwas komplett anderes. Aber so wie es ist? Großartig!

Leonie ist ein Charakter der sich im ständigen Wandel befindet… nicht ganz freiwillig und trotzdem kam es beim Leser nicht total abgehakt an. Mit ihren 15 Jahren ist sie schon erwachsener als manch andere Person *hust* ihr Vater *hust*.

Kennt ihr American Horror Story? In jeder Staffel geht es um eine andere Story, aber die Darsteller bleiben gleich. Genau so ist es im Buch auch. Immer wenn man gerade denkt „gleich hat sie es geschafft, gleich findet sie heraus was hier komplett falsch läuft“, wird auf den Reset Knopf gedrückt und sie wacht mit einer anderen Persnlichkeit und Vergangenheit in einer anderen Welt wieder auf.

Leute ihr hättet mich dabei beobachten müssen als das das erste Mal passiert ist. Da wurde sie gerade noch beschrieben mit schwarzen Haaren, einem Piercing und passendem Kleidungsstil und am nächsten morgen ist sie blond und trägt sanftfarbene Blusen. Ich dachte erst der Autor hätte da etwas verwechselt 😀
Ich habe minutenlang zurück und vor geblättert um sicher zu gehen, dass wir von derselben Leonie reden… Im Endeffekt hätte ich einfach eine halbe Seite weiterlesen müssen, dann hätte sich das alles von selbst geklärt.

Es ist wirklich faszinierend wie sich mit jeder Veränderung, jedem neuem Leben die Welt anders geworden ist. Zuerst auf eine so subtile Art das man nicht darauf geachtet hat und am Ende dachte man sich nur so… „Was zur Hölle ist hier passiert?“.

Besonders gemocht habe ich Gutfried, Fröhlich, Wohlgemut. Komm schon allein wegen der Namen muss man die schon gerne haben. Alte Männer die irgendwo zwischen total verständnisvoll und badass liegen. Auf die habe ich mich in den neuen „Leben“ immer am meisten gefreut.

Was mich ein wenig genervt hat war das ca. bei Seite 600 immer noch alles auf Anfang gesetzt wurde. Man erlebt jede erdenkliche Möglichkeit wie ein Szensario ausgehen kann und letztendlich geht es immer gleich aus. Das hat man zu dem Zeitpunkt schon verstanden. Gut die Charaktere nicht, weil sie sich nur lückenweise an ihre alten Leben erinnern, aber der Leser nicht. Da wurde es kurzzeitig etwas langweilig. Aber nur für ein paar Kapitel, dann ging es weiter voran.

Die ganzen Scriptoren und Anwärter und Aufseher und wie sie alle heißen (nicht menschlich) fand ich sehr gut gemacht. Unglaublich häßliche Wesen die das Leben außerhalb des Archivs nicht kennen was für lustigen Gesprächsstoff sorgt, wenn sie nicht gerade versuchen einen umzubringen.

In dem Buch gibt es so viel das ich gar nicht schreiben oder bewerten kann ohne gleich die ganze Geschichte zu erzählen und dann säße ich heute Nacht noch dran, wenn der Beitrag eigentlich online gehen sollte.

Kommen wir zum Fazit:
Ich weiß nicht, ob ich das buch gekauft hätte, wenn es mir nicht so ans Herz gelegt worden wäre. Jedenfalls bin ich froh, dass wortgeflumselkritzelkram (ich habs so drauf das jetzt auf Anhieb richtig zu schreiben) auf die Idee kam mir das zu empfehlen.Das Buch hat mich überrascht und ziemlich gefesselt. Das nächste Mal werde ich mir allerdings mehr Zeit zum genießen lassen, wenn ich es wieder in die Hand nehme. Solche Bücher können beim zweiten Lesen noch besser werden als beim ersten Lesen, weil einem dann ganz andere Dinge bewusst werden auf die man beim ersten Lesen gar nicht achten konnte.

Ein Archiv voller Leben, eine Menge Fantasy, ein wenig Wahnsinn, ein bisschen Wohlgemut und ein wenig Gutfried haben mich 100% überzeugt.

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12 Gedanken zu “[Buchrezension] Das Buch von Wolfgang Hohlbein

  1. Ach, das freut mich so, dass es dir gefallen hat. Und mit dem Vor- und Zurückblättern bei der ersten „Wandlung“ – das ist mir genau so ergangen 🙂 Und das fand ich echt so den WOW-Effekt ….Ich habe das Buch inzwischen ca. fünf- oder sechsmal gelesen und immer wieder erlebe ich es neu und fesselnd.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ha! Genau das, was wir erreichen wollten!

    1) Hätte ich so nie gekauft.
    2) Hat mich total verwirrt.
    3) Überhaupt nicht, was ich erwartet habe.
    4) Großartig.
    5) Re-Read-Potential.

    Uuuuund: Ich mag die Hohlbeins eigentlich nicht und ich befinde mich gerade in einem Konflikt, ob ich das nicht doch lesen sollte. Da hast du was angerichtet. :-/

    Gefällt 3 Personen

  3. Ist bei mir inzwischen 10 Jahre her, dass ich „Das Buch“ von Hohlbein gelesen habe. Damals war ich in einer sehr starken Hohlbein-Phase. Bis heute ist es eines der wenigen Bücher von ihm, die ich ohne Vorbehalte sofort weiter empfehlen würde – und auch gerne nochmal lesen würde.
    Kann mich deiner Meinung also nur anschließen 🙂

    Gefällt 1 Person

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