Der Traum vom Horizont von Alexandra Fischer

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Dieses Buch wurde mir von der lieben Alexandra bereitgestellt. An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön! Es kommt am 15.01.2016 auf den Markt.
Euch erwartet Liebe, Krieg, Verlust, Verzweiflung, Freundschaft die über jede Grenze andauert und eine Familie deren Probleme im Mittelpunkt stehen.

Inhalt: Die Familie von Bahlow ist nach Deutsch-Samoa gezogen. Zusammen mit ihren drei Kindern Martha, Grethe und Helene baut sich das Ehepaar Rosa und Karl ein neues zu Hause.
Doch der erste Blick trügt und hinter den Kulissen läuft es nicht ganz so entspannt wie man meinen könnte.
Die Ehe der von Bahlows ist keine glückliche und die Diskriminierung macht auch bei ihnen keinen Halt.Es ist 1902 und zwischen den verschiedenen Hautfarben wird noch unterschieden. Einige sind mehr davon überzeugt und andere weniger.
Karl möchte sich einen Namen als Pflanzer mahen und die vier Frauen seiner Familie erleben unglaubliches.

Meinung: Ich weiß nicht ob ich das Buch hassen oder lieben soll. Ich bin ein Gluton für romantik und habe keine ahnung ob die Seite von mir begeistert oder erschütterd war. Da dieses  Buch knappe 600 Seiten beeinhaltet und eine Menge passiert, da jedes Kapitel ein Jahr darstellt, habe ich mich entschlossen mehr auf die Charaktere einzugehen als auf den Inhalt.
Ich möchte euch nicht unnötig spoilern.

Fangen wir mit Karl an. Er ist ein unliebsamer Genosse. Sein Ehrgeiz und Ehrgefühl stehen an erster Stelle. Deutsche Traditionen müssen gewahrt werden und fremde Kulturen verschmäht. Das er drei töchter von seiner frau geschenkt bekommen hat, juckt ihn nicht sonderlich. Schließlich brauch er einen Jungen der sein zukünftiges reiches Land erben kann.
Deshalb fordert er seine Frau zu den ehelichen Pflichten auf. Ist sie nicht willig, wendet er gewalt an und das ganze Haus kann die Prellungen am nächsten Tag bewundern.

Rosa, die Frau von Karl, ist eine einfühlsame Person, deren Geist von Karl zerstört wurde. Sie ist mental kaum anwesend und kann ihre Kinder nicht so lieben wie sie es verdient haben. Oft habe ich Mitleid und Verständnis für sie empfunden. Als allerdings Aveolela, ihre Gesellschafterin, ins Spiel kam und sich ihr zustand gebessert hat, fand ich es ein wenig traurig das sie nicht versucht hat die Beziehung zu ihren Kindern zu retten.

Martha ist die kleinste der drei Geschwister und die Person mit der ich mich am Anfang am besten identifizieren konnte. Sie ist eine offen, herzliche Person. Hegt keinerlei Vorurteile und freundet sich mit den Einheimischen an. Was Karl gar nicht gefällt, schließlich sind die nichts wert. Arbeiten können sie, mehr nicht. Mit Tanielu, der Sohn von Aveolela, entwickelt sich eine Freundschaft die sich zu mehr entwickeln könnte.
Später, sehr viel später, ist meine Sympathie für diese Tochter gesunken. Den Grund werdet ihr erfahren, wenn ihr das Buch selbst lest 🙂

Helene ist die mittlere Tochter. Sie habe ich am Anfang kaum wahrgenommen. War sie doch immer still und hat sich aus allem zurückgezogen. Erst als es an der Zeit war aus ihrer Sicht zu lesen (mit jedem Kapitel ändert sich nicht nur das Jahr sondern auch die Sichtweise, die zwischen den Familienangehörigen und späteren Ehemännern der Töchter wechselt) habe ich ihre Beweggründe verstanden. Ihre geheimen Gefühle und ihre innersten Gedanken. Es war sehr aufschlussreich und ich war fasziniert davon, wie wenig davon bei den anderen Mitgliedern der Familie angekommen ist.

Grethe ist die älteste Tochter. Sie kommt ganz nach ihrem Vater. Verehrt ihr Vaterland, hasst die Einheimishen und erträgt die Schläge, weil sie sie verdient hat. Sie sucht nach Anerkennung, doch egal was sie anstellt und wie sehr sie versucht ihre Geschwister davon zu überzeugen das alles was Vater will das Beste ist, bekommt sie nicht wonach sie verlangt.
Sie ist arrogant und blickt auf alle herab, aber man kann es ihr nicht übel nehmen, weil sie das Erzeugnis der Erziehung ihres Vaters ist. Trotzdem hätte ich ihr manchmal gerne eine runtergehauen.

Aber ich schätze vieles war damals anders als heute. Insgesamt geht das Buch über 15 Jahre hinweg in der eine Menge passiert. Es wird geheiratet und gestorben. es wird gefeiert und geweint. Es wird Krieg geführt und ausgewandert.

Von den detaillierten Charakteren war ich fasziniert. Sie waren so genau und sind immer ihrem speziellen Muster gefolgt. Man hat gespürt wie sie erwachsen geworden sind und wie das Schicksal sie geformt hat. Ich habe ihnen gerne dabei zugesehen und mich immer wieder gefragt, was wäre wenn….

Deshalb hat es ein wenig gedauert bis ich mit dem Buch durch war, weil ich mir immer ausgemalt habe wie sie gehandelt hätten, würde die Familie über ihre Gefühle reden und nicht alles herunterschlucken.

Die einzelnen Schicksale sind mit sehr Nahe gegangen und deshalb bin ich so zerrissen. Der Schreibstil, die Charaktere, die Art in der die Zeit verstreicht, die Entwicklungen und der Einblick in eine völlig fremde Kultur haben mich in ihren Bann gezogen.
Doch die verschiedenen Schicksale haben mich total deprimiert, obwohl ich besonders bei einem Schicksal am liebsten auf dem Grab getanzt hätte 😀

Dieses Buch ist etwas für Leute mit starken Nerven. Mit einer abentuerlustigen Ader. Mit einem Hang für Drama. Mit einem Durst nach neuem Wissen.
Für alle die etwas anderes lesen wollen und weg vom üblichen.

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