DIE Empfehlung nach der Grundschule

Ein warmes Hallo an euch alle da draußen!

Ich gehe mal schwer davon aus das ihr den Sprung von der vierten in der fünften schon hinter euch habt 🙂
Ihr kennt das dann ja. Mit dem Halbjahreszeugnis in der vierten Klasse bekommt man eine Empfehlung. In meinem Fall war das noch Hauptschule, Realschule oder Gymnasium.  Weiß nicht wie das heute aussieht, nachdem Hauptschulen und Realschulen fusioniert wurden.
Jedenfalls kann ich mich noch daran erinnern als meine Mom von dem Gespräch mit der Lehrerin (vor dem Zeugnis) nach Hause kam. Sie hatte Tränen in den Augen, weil man ihr gesagt hat, dass man mir eine Hauptschulempfehlung geben wird. Ich gebe zu, ich war nicht besonders gut, aber motiviert. Ich habe die Schule geliebt, sie mich nur irgendwie nicht.
Letztendlich bin ich auf eine Gesamtschule gegangen und habe mein Abitur gemacht. Jetzt studiere ich im zweiten Semester.

Meine Frage bzw. Überlegung setzt jetzt an diesem Punkt an.
Sind Empfehlungen wirklich sinnvoll?
Es gibt sicherlich Kinder die zurecht eingestuft werden und dem Pfad folgen der ihnen in der Grundschule vorgelegt wird, aber das trifft noch lange nicht auf alle zu. Ich wette jeder von euch hat mindestens eine Person in seinem Freundeskreis die einen anderen Abschluss absolviert hat, als man ihr vorhergesagt hat. Oder ihr seid selbst diese Person.

Wie bewerten die Lehrer diese Entscheidung?
Schließlich ist das keine Kleinigkeit. Eltern verlassen sich darauf, dass die Lehrer wissen was sie machen. Zweifeln nicht daran, dass sie daneben liegen könnten.
Schauen die sich einfach die Noten der ersten Schuljahre an und werten dann die Chancen aus? Fließt da Mitarbeit und Aktivität mit ein? Kann man anhand der ersten Schuljahre auf die restliche Schullaufbahn schließen? Worauf achten die Lehrer, bevor sie ihr Urteil abgeben? Wie lange wird darüber nachgedacht? Ist daran nur ein Lehrer beteilligt? Denn zu dieser Zeit hat mein meistens für jedes Fach den gleichen Lehrer, Religion und evtl. Englisch ausgeschlossen
Falls da ein Grundschullehrer unter euch ist, lasst mich doch in einem Kommentar wissen wie ihr das handhabt. Das würde mich wahnsinnig interessieren.

Nicht nur das Empfehlungen von den Eltern so hingenommen werden, glaubt ihr nicht auch, dass die Kinder darunter leiden? Naja schließen wir mal die Kinder aus, die später ins Gymnasium gehen. Was muss in dem Kind vorgehen, das gesagt bekommt: Wir müssen für dich jetzt eine Hauptschule suchen.

In der Uni wird dies sehr häufig bei uns als Beispiel genommen. Wenn auch mit einem etwas anderen Hintergrund.
Ist euch schon mal aufgefallen, dass die Lehrer laut Studien auch auf den sozialen Hintergrund der Familie achten?

Kinder aus der „Unterschicht“ werden häufiger für den Hauptschulzweig empfohlen als andere. Das liegt nicht immer daran, dass die Eltern einen ähnlichen Abschluss haben und nicht helfen können oder wollen. Es liegt schlichtweg daran, dass sie in einem solchen Umfeld wohnen. Ist das zu fassen?

Jetzt ist es aber auch genug mit der Schwarzmalerei. Ich bin mir sicher das Konzept hat einen Hintergrund und es wird sich nicht umsonst so lange gehalten haben. Ich finde es nur ein bisschen traurig, dass diese Empfehlung das (und jetzt mal sehr dramatisch gesprochen) restliche Leben eines Kindes bestimmen kann.

Was haltet ihr davon? Was ist EURE Meinung? Liege ich mit meinen Überlegungen vollkommen daneben? Habe ich da irgendwo einen Knick in der Optik oder stimmt ihr der Sache zu?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich freu mich darauf!

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2 Gedanken zu “DIE Empfehlung nach der Grundschule

  1. Ich finde diese Empfehlungen schrecklich. Das ist Teilweise so als würde man Kinder in Sackgassen schicken. Man gibt ihnen eine Empfehlung für die Hauptschule, die Kinder wiederum glauben nun dass sie für die Realschule nicht klug genug sind, gehen mit einer „ich kann das doch eh nicht besser“ Einstellung in die 6. Klasse und Überraschung… für die Realschule hätte es am Ende tatsächlich nicht gereicht. Was aber wenn man ihnen gesagt hätte sie wären auch für die Realschule klug genug? Es gibt etwas das nennt sich selbsterfüllende Prophezeiung (die sich hierauf übertragen lässt). Nach Wikipedia so beschrieben: „Die selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) beschreibt das Phänomen, dass ein erwartetes Verhalten einer anderen Person (Prophezeiung) durch eigenes Verhalten erzwungen wird.“. Das muss nicht auf alle Schüler zutreffen, weil wie man sieht kämpen sich viele durch und es packt einen der Ehrgeiz (mich nicht ausgenommen). Aber ich frage mich oft was wäre wenn man Schülern von Anfang an vermittelen würde dass sie klug sind und alles schaffen können wenn sie gut lernen?

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  2. Ich finde das alles kompletten Quatsch!
    Lehrkräfte buttern ein sowieso ständig runter, anders habe ich es leider nie erlebt. Mir wurde als Kind schon gesagt das ich mit meinen Noten nicht weit kommen werde, gerade meine Mathematik Note hat schon seid der ersten Klasse an, immer gelitten. Heute bin ich gelernte Kauffrau und jongliere mit Zahlen – also, hatte das wohl nichts zu bedeuten, oder die Art der Lehrer hat mich einfach zusehr demotiviert.

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